23.02.2012
Biodiversität - Bedrohte Artenvielfalt
Written by Stefan   
Monday, 28 February 2011 16:44

Am 24. Februar drehte sich ab 19 Uhr im GRÜNEN SALON in Chemnitz, Weststraße 40, alles um das Thema "Biodiversität - Bedrohte Artenvielfalt". Die Veranstaltung war nur mäßig gut besucht, was allerdings auch den Vorteil hatte, dass das Seminar mit den beiden Referenten Ulrich Schuster, Leiter des Botanischen Gartens und Manfred Hastedt, Leiter des Umweltzentrum der Stadt Chemnitz eher noch zum persönlichen Gespräch wurde, in dem wir Gründe, Ursachen und Folgen des Artensterbens global und vor unserer Haustür diskutierten.
Als sehr naturverbundener Mensch erläuterte uns Herr Schuster mithilfe seiner fundierten Fachkenntnis, die er als langjähriger Pädagoge, Biologe sowie durch seine Tätigkeit in unzähligen Projekten zum Schutz der Natur erlangte, vor allem die Probleme, die er als hauptsächliche Ursachen des Artensterbens sieht: "Was ich nicht kenne, kann ich nicht schützen." - Wie er sagt (und wir nur bestätigen können), haben viele Menschen keinen engen Bezug mehr zur Natur. Wer verbringt schließlich seine Freizeit am liebsten mit Waldwanderungen oder Läufen durch's Moor?! Aber dass Naturverbundenheit keine Schrulle sein muss, beweisen die Exkursionen, welche er alljährlich mit Jugendlichen und Schülern durchführt. Dabei laufen sie zwar auch mal durch's Moor, aber wie er uns anhand mitgebrachter Bilder zeigte, kann das auch ganz lustig sein.
Herr Hastedt sah in seinem Kurzvortrag dann mehr das "große Ganze" und ging auf globale Zusammenhänge wie zum Beispiel die Folgen der menschgemachten Klimaveränderungen durch Raubbau an der Natur (Abholzung der Regenwälder, Freisetzung klimabeeinflussender Schadstoffe) für die weltweite Artenvielfalt ein. Wir diskutierten Probleme, die sich durch konventionelle Landwirtschaft in unserem Land ergeben und wie wir als Mitteleuropäer durch unseren übermäßigen Fleischkonsum dazu beitragen, dass die Landwirtschaft immer größere Flächen zur Ernährung von riesigen Nutztier-Massen benötigt. Für mich neu war, dass sich auch und gerade durch den Anbau von Raps in Deutschland Nutzungskonflikte ergeben: Die Äcker in Deutschland dienen außer zur Ernährung unserer Nutztiere fast ausschließlich der Gewinnung von so genanntem "Bio-Sprit" auch aus Raps, was dazu führt, dass das Getreide, welches wir für unsere Ernährung verbrauchen (also Weizen, Roggen etc.) nicht bei uns, sondern vor allem in Osteuropa, zum Beispiel in der Ukraine, angebaut und dann importiert wird.
Für die kommenden Themenveranstaltungen in den nächsten Monaten würden wir uns schon etliche Besucher mehr wünschen, denn eine große Gruppe von Zuhörern kann natürlich eine Vielfalt an Meinungen und Ideen spiegeln. Nichtsdestotrotz fanden wir den Abend sehr gelungen und interessant und hoffen, beim nächsten Mal mehr Leute überzeugen können, zwei Stunden mit interessanten Diskussionen und Diskursen zu verbringen.

Last Updated on Monday, 07 March 2011 20:54
 
Webdesign by Webmedie.dk Webdesign by Webmedie.dk