| Tu was gegen Rechts! |
| Written by Stefan |
| Monday, 07 March 2011 20:54 |
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Am 5. März gedachten tausende Chemnitzer an die Bombardierung unserer Stadt vor 66 Jahren. Sie setzten so gleichzeitig ein Zeichen gegen die Instrumentalisierung des Gedenkens durch den himmelstinkenden Geschichtsrevisionismus der Nazis. Wir sind glücklich, dass so viele courgierte ChemnitzerInnen dem Aufruf des Chemnitzer Bündnisses für Frieden und Toleranz folgten und sich an den diversen Kundgebungen und Aktionen beteiligten.
Wir als Grüne Jugend Chemnitz waren auf dem Theaterplatz präsent, wo wir uns am Infostand von Altgrün beteiligten und mit unseren Transparenten die Leute begeisterten. "BUNT statt Braun" kam dabei am besten an - von spontaner Unterstützung ("Find' ich gut, was ihr da macht. Weiter so, Leute!") bis zu tiefgründigen Denkanstößen ("Aber Braun ist ja auch Bunt?!") gab's durchgehend positives Feedback. So verging die Zeit, während auf der Bühne die verschiedensten Menschen sprachen, sangen und ein buntes Programm gestalteten, bis uns OB Barbara Ludwig gegen 12 Uhr am Mittag (spontan?) zu einem "Samstagsspaziergang" einlud. Allerdings kamen wir nicht weit und wurden auf unserem Weg kurz vor dem Stadtbad von der Polizei gestoppt, da die Mühlenstraße vor dem Stadtbad als geplanter Marschweg der Nazis freigehalten werden sollte. Dank des Einsatzes unserer OB und des Bürgermeisters von Jena, Herrn Albrecht Schröter, die eine spontane Kundgebung gegen Rechts anmeldeten, konnten wir glücklicherweise bleiben, und dank des aufopferungsvollen Einsatzes mehrerer Hundertschaften der Polizei, die zum Teil hunderte Kilometer Anreise auf sich nahmen, fühlten wir uns durchaus gut aufgehoben. Weil die paar Chemnitzer Nazis, die zu der Zeit schon aufgestanden waren und sich auf dem Weg zum Bahnhof nicht verlaufen hatten sich offenbar noch zu allein fühlten und auf die Unterstützung warten wollten, die sich Zeit ließ, hatten wir am Stadtbad genügend Zeit zum Vertreiben. Und in Ermangelung von Konkurrenz geht der Preis für den besten Zeitvertreib an - Tabea! Ihre Idee, mittels einfacher Plastiktüten nicht nur Papier-, sondern auch allen anderen liegengebliebenen Müll vom Kundgebungs-Gelände einzusammeln, war nicht nur spaßig in der Umsetzung, sondern auch noch nachhaltig und aufgrund einer großzügigen Geldspende eines netten älteren Herren auch finanziell lukrativ. So werden innovative Zukunfts-Ideen geboren! Gegen 15.30 Uhr dann der Moment, auf den Alle gewartet hatten: Beschützt von etwa doppelt so vielen Bereitschaftspolizisten marschierten vielleicht 300 Nazis an uns vorbei. Begleitet von unseren Rufen "Nazis raus!" zogen sie vorbei Richtung Bahnhofstraße. Am Ende war es ein Tag, an dem wieder einmal deutlich wurde, dass es noch viele couragierte Menschen gibt, die den Nazis die Stirn bieten wollen, obwohl in diesem Jahr weniger Teilnehmer gezählt wurden als noch im letzten. Für unakzeptabel halten wir die Entscheidungen, den Marsch der Nazis durch die Innenstadt zu genehmigen, zu beschützen und gleichzeitig Gegendemonstrationen und -aktionen zu behindern. Für nächstes Jahr wünschen wir uns: Dass die Nazis gestoppt werden! |
| Last Updated on Saturday, 19 March 2011 21:43 |

