Stonewall Inn,

in den Morgenstunden des 28. Juni 1969 in New York. Polizist:innen wollen ihre tägliche Arbeit durchführen: gewalttätige Razzien in bekannten Schwulenbars New Yorks. Ziel ist es dabei, die anwesenden queeren Personen anzuklagen und öffentlich bloßzustellen. Besonders betroffen von der Polizeigewalt sind dabei schon damals queere People of Colour.

Doch an diesem Samstag wehren sich die Gäste der Bar gegen die Willkür der Polizei. Kurz darauf rollt eine Welle der Solidarität durch das Viertel Greenwich Village, es kommt zu Aufständen und Straßenkämpfen. Es dauert nicht lange, bis sich die „Gay Liberation Front“ bildet, die sich erstmals für Toleranz gegenüber queeren Menschen in der Öffentlichkeit einsetzt.

Der sogenannte „Stonewall-Aufstand“ inspirierte LGBTQ-Menschen auf der ganzen Welt, sich endlich gegen die dauernde Unterdrückung einzusetzen. So auch in Deutschland. Im selben Jahr wurde Artikel 175 verändert. Wo zuvor ein Totalverbot herrschte, wurde alters- und machtspezifisch gelockert. Gleichberechtigung war das natürlich noch lange nicht, weshalb die ersten deutschen queeren Demonstrationen im April 1972 in Münster stattfanden.

Der Christopher Street Day in Deutschland

10 Jahre nach dem Stonewall-Aufstand fanden in Berlin und Bremen die ersten Gay Pride Demonstrationen statt. Der Name, der sich über die Jahre etabliert, ist Christopher Street Day, kurz CSD. Er leitet sich aus der Straße ab, in dem das Stonewall Inn sich befindet.

Inzwischen findet er in jeder größeren Stadt Deutschlands statt. Über die Jahre nahm der Protestgedanke ab und der Partygedanke zu. Was früher ein Safe Space und eine Feier für queere Personen war, wird jedes Jahr mehr von Übergriffigkeiten überschattet. Darum ist es uns wichtig, darauf aufmerksam zu machen, wie es zu dieser Feier der eigenen Sexualität und Seins kam. Und aus eigener Erfahrung wissen wir, wie wundervoll es sich anfühlen kann, so viele Menschen mit so vielen verschieden bunten Flaggen zu entdecken.