Macht im menschlichen Naturzustand

Bereits seit Anbeginn menschlicher Existenz schufen wir uns Regelungen für die soziale Interaktion. Da eine ungleiche Verteilung von Ressourcen vorlag, traten Gruppierung miteinander in den Handel. Fortschreitend etablierten sich Machtpole aufgrund zuwiderlaufender Interessen, unausgeglichener Güterverhältnisse und gewaltsamer Dominanz.  Deren Überdauern war zumeist einem in der Gesamtheit positiven Wirken ursprünglich. Mit dem Beginn der Stammesgesellschaft und im Fortlauf der Sesshaftigkeit trat das Konzept der Wertigkeit von Menschen erstmals hervor. Diese sollte schließlich in eine Sklavenhaltergesellschaft münden.

Erschaffung gesellschaftlicher Prinzipien


Historisch folgt die wahrhaftige Herausbildung der Politik als Kritik aller staatlichen Form. In diesem Geist erwuchs das noch immer auf Sklaverei beruhende Prinzip der antiken Städtegesellschaft, welche aufgrund zahlreicher Revolutionen schrittweise in die Feudalgesellschaft übertrat. Sie trat durch die Leibeigenschaft der Bauern anstatt des vorangegangene Sklaventums in den Kontrast zur Antike. Die Befreiung der Person verhält sich hierbei in der Betrachtung durch die derzeitige Perspektive nicht maßgeblich, jedoch stets besänftigend im historischen Standpunkt.

Ökonomisierung der Gesellschaft


Das bisher jüngste Voranschreiten beschreibt die Lösung der Leibeigenschaft sowie den anschließenden Fortlauf zum kapitalistischen System. Es ergibt sich jedoch die Frage, was sei der Kapitalismus anderes, als eine Fortführung der feudalen Abhängigkeit mit anderen Mitteln. Die Demokratie jedoch bildet kein Produkt der kapitalistischen Ordnung, sondern die Folge des ureigenen Strebens nach aufrichtiger Erkenntnis.
 Was die vorbenannte Vergleichbarkeit anbelangt, so lassen sich zweifellos die Stände der Arbeiter*innen mit den Bäuerinnen und Bauern gegenübersetzen. Der parallele Charakter ist markant und resultiert weiterhin in eine Vergleichbarkeit von Mittelstand und Bürgertum, Beamtentum und Adel sowie, wenngleich vermessen, Konzernvorstände und Monarchen. Die Triebkraft dieser Systematik bildet die Differenz weitreichender Einflusspotentiale und um in Foucaults Worten die Macht zu bezeichnen:


 Die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man bewahrt oder verliert; die Macht ist etwas, was sich von unzähligen Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht.


Die strukturelle Ausbreitung des überaus zerstörerisch wirkenden Raubtierkapitalismus lässt uns oft ohnmächtig zurück. Die Auswirkungen des Klimawandels sowie eine fortschreitende Spaltung sozialer Klassen überlassen eine entscheidende Wahl. Sollte sich die Entwicklung folglich nicht in eine Welt ohne Kapitalismus führen, so blicken wir in einen Kapitalismus ohne Welt.

Die Fortlauf der obschon unregelmäßig erscheinende Reihe „The Capital Gaze“ wird sich Ursachen, Konsequenzen und Umständen des kapitalistischen Systems kritisch widmen.